Die Gattung ML 2/2 der Kgl.Bay.Sts.B. 


Die Gattung ML 2/2 der Kgl.Bay.Sts.B

Lange Zeit war es üblich, Nebenstrecken mit Lokomotiven zu bedienen, welche für den Hauptbahnbetrieb nicht mehr geeignet waren. Meistens handelte es sich um Schlepptenderlokomotiven der Achsfolgen 1B oder C, die für die gestiegenen Anforderungen zu schwach waren. Dieser Betrieb gestaltete sich jedoch ziemlich unwirtschaftlich, sodass man über Möglichkeiten nachdachte, den Betrieb einfach und vor allem mit geringem technischen Aufwand zu betreiben. Häufig gab es für die Schlepptendermaschinen keine Möglichkeit diese an den Endstationen zu wenden. Deren Laufeigenschaften mit geschobenem Tender waren meist schlecht. Oft war auch der Kreisbogen sehr eng und die C gekuppelten Maschinen, deren Achsen nicht seitenverschiebbar waren nutzten den relativ schwachen Oberbau zu schnell ab. Teilweise waren diese Maschinen auch für diese Streckenverhältnisse noch zu schwer. Die KED Hannover entwickelte 1880 eine 1A gekuppelte Lokomotive. Diese als T 0 bezeichnete Gattung war nichts anderes als eine Kombination aus Lokomotive und Gepäckwagen. Die ÖNWB (Österreichische Nord West Bahn) stellte 1879 die sog. Elbel-Gölsdorf (Louis A. Gölsdorf war Maschinendirektor der Südbahn und Vater Karl Gölsdorfs) Lokomotive in Dienst, es folgte die k.k.priv.Südbahngesellschaft mit der Reihe 4, jedoch der Achsfolge B1. Beide Typen waren ebenfalls mit einem Gepäckabteil ausgestattet. Diese Lokomotiven blieben in Tschechien bzw. Jugoslawien bis teilweise nach 1945 in Betrieb. Als Gegenentwurf zur PtL 2/2 von Krauss präsentierte Maffei 1906 auf der Nürnberger Landesausstellung die ML 2/2. Ebenso wie die PtL 2/2 hatte sie eine halbautomatische Schüttfeuerung, um den Einmannbetrieb zu ermöglichen. Die Bezeichnung ML (Motorlokomotive) wurde aber relativ bald in PtL umgeändert. Die Vorgaben waren wie folgt: 100 PS Leistung, auf 1:25 Steigungen sollten 65 t Last befördert werden, Höchstgeschwindigkeit 50km/h und der Achsdruck 11 t. Das Leergewicht betrug 18 t. Auch bei dieser Loktype wurde ein Heißdampftriebwerk verwendet. 1906 bis 1908 wurden insgesamt 24 Stück an die Bahnverwaltung geliefert und erhielten die Inventarnummern 4001-4024. Die beiden Doppelzylinder sind zwischen den beiden Achsen angebracht, die einen Abstand von 2900 mm besaßen. Innerhalb des Rahmens waren die Achsen mit Kuppelstangen verbunden, die Achsen waren hierfür gekröpft ausgeführt. Über eine Übergangsbrücke konnte der Zugführer auf die Lok gelangen. Als Bremse war die in Bayern übliche Westinghouse-Bremse eingebaut worden. Zusätzlich hatten die ML auch die Extersche Wurfhebelbremse. Im Betrieb entwickelten die kleinen Maschinen bis zu 200 PS und bewährten sich außerordentlich gut. Unangenehm war allerdings die Wartung der innenliegenden Kuppelstangen. Sie waren auf vielen Nebenstrecken, vor allem in Oberbayern zu finden. 1920 waren noch alle 24 Maschinen vorhanden. Bis 31.3.1923 erfolgte die Ausmusterung dieser Splittergattung. Trotz ihres günstigen Einsatzprofils dürfte der relativ hohe Instandhaltungsaufwand für die rasche Ausmusterung gesorgt haben. Kein einziges Exemplar ist erhalten geblieben, jedoch steht im Nürnberger Verkehrsmuseum ein 1:10 Modell der 4001.

Class ML 2/2 of the Royal Bavarian State Railways

Until the end of the 19th century it was common to use old main-line engines for branchline service. This turned out to be unefficent, because  most of these trailing-tender locomotives could not be turned at the end of the line. They were also to heavy and therefore they caused a lot of damage to the tracks. Therefore special branchline locomotives were developed. In 1906 J.A.Maffei locomotive works presented a new 2-2 "Motor"-locomotive ML 2/2 at the Nuremberg traffic exhibition. Between 1906 and 1908 24 four of these small engines were built .They were eqipped with a four cylinder superheated steam engine. Most of them were in service in southern Bavaria. After WWI they all existed in 1920, but until the beginning of 1923 they were all scrapped through the new founded Deutsche Reichsbahn. The main reason for this were the high maintanace costs for the four-cylinder engine. Unfortunately no one of them survived, but a 1:10 model of this class  can be admired at the Nuremberg Traffic Museum.



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